Michael Mastroserio - Triathlon, Duathlon, Mountainbike

Mittwoch, 5. September 2012

Langdistanz Köln.....

.......oder die Jagd nach der Bestzeit!

Déjà vu. Anderst kann man es nicht ausdrücken, denn es ist wieder mitten in der Nacht vor meinem wichtigsten Wettkampf, wieder in Köln, und wieder kann ich nicht schlafen. Einen Unterschied zu 2011 gibt es aber - es regnet nicht! Und die Wetteraussichten sind bestens, morgens soll es zwar noch kalt sein, im laufe des Tages dann aber immer wärmer und sonniger werden, und selbst der gefürchtete Kölner Wind soll zu einem lauen Lüftchen mutieren. Na da bin ich ja mal gespannt.

Meine Kopfzeiten für heute sehen folgendermaßen aus, in Klammern die Zeiten aus 2011 :

Schwimmen 1:10 Std. ( 1:12 Std.)
Rad 5:35 Std. ( 5:42 Std.)
Laufen 3:50 Std. ( 4:04 Std.)
Wechsel 1+2 10min ( 12min )

Um 3:30 Uhr stehe ich auf, frühstücke, packe meinen Kram und fahre die 12km vom Hotel nach Köln-Innenstadt, parke mein Auto zielnahe am Heumarkt und laufe das kurze Stück zur Haltestelle des Shuttlebus, der mich und viele andere zu nachtschlafener Zeit raus zum Fühlinger See bringen soll. Pünktlich um 5:30 Uhr biegt der Bus um die Ecke und 20 Minuten später sind wir bereits am See.

Hier gibt es nicht mehr viel zu tun außer - warten. Mein Kleiderbeutel für nach dem Rennen ist schon abgegeben, mein Rad ist präpariert und die Sonne schaut langsam vorbei. Kurze Wettkampfbesprechung unterhalb des Regattaturms und dann geht es schon ab ins Wasser zum einschwimmen. Diesesmal habe ich mir fest vorgenommen von Anfang an nicht zu trödeln wie 2011 sondern mit etwas mehr Druck unterwegs zu sein. Ich reihe mich auf Bahn 5 ein, denn es ist ja eine Regattastrecke, mit Bojen in regelmäßigen Abständen und großen Metermarkierungen am Ufer - perfekt!

Es geht los und ich brauche mich von nun an nur an den Leinen unter Wasser zu orientieren an denen die Bojen befestigt sind. Zudem kann ich den Wasserschatten von zwei vorausschwimmenden nutzen, das Tempo stimmt, nicht zu langsam und nicht zu schnell. Es läuft bestens.

An der 1,9km-Boje mache ich eine kurze Rückenrolle um mich in die richtige Richtung zu drehen und schaue dabei kurz auf die Uhr, 34:30min, genau wie geplant! Von nun an schwimme ich ufernah um schon auf dem richtigen Weg für den Schwimmausstieg zu sein. Neben mir ist ein Kanute der Streckensicherung unterwegs und ich habe wieder einen perfekten Orientierungspunkt. Nach 1:09;11 habe ich die 3,8km geschafft und schon mehr als 3 Minuten gegenüber 2011 gut gemacht. So kann es weitergehen!


Der Wechsel ist nach 4:51min Geschichte, mein Weg aus der Wechselzone extrem kurz - ganze 10 Meter! - und ich steige aufs Rad. Es ist noch recht kalt heute früh, deswegen habe ich mir Armlinge übergezogen. Das sieht zwar dämlich aus aber das hat mich noch nie interessiert denn Funktionalität steht bei mir über allem.

Der Radkurs ist folgendermaßen aufgeteilt : 1 kurze Runde vom Fühlinger See nach Köln-Innenstadt, dann 3 große Runden von Köln-Innenstadt bis Köln-Worringen und von dort aus nach Köln-Blumenberg und wieder über den Fühlinger See zurück nach Köln-Innenstadt.

Genau 30 Minuten brauche ich nach Köln-Innenstadt, von jetzt an will ich jede Runde in 1:45 Std. fahren um auf meine Kopfzeit von 5:35 Std. zu kommen. Der Wind hält sich zurück, es wird immer milder und meine Beine fühlen sich gut an. Bis km100 läuft alles bestens, dann machen sich tatsächlich schon erste leichte Krämpfe an der Oberschenkelinnenseite bemerkbar - jetzt schon! Und ich bin doch mit perfekter "Reisegeschwindigkeit" unterwegs. Na das kann ja heiter werden! Ab km 120 kommen dann auch noch Knieschmerzen rechts hinzu, ausgerechnet rechts, die Seite, mit der ich im Frühjahr Probleme hatte. Was tun? Geschwindigkeit reduzieren und Zeitziel anpassen? Ich wische diesen Gedanken schnell beiseite und beschließe, so zu verfahren wie in den vergangenen Monaten - ich ignoriere die Knieschmerzen, sie werden schon von selbst verschwinden. Das haben sie in der letzten Zeit auch gemacht.

Gut, das klappt diesesmal nicht wirklich, denn ich muss die Geschwindigkeit und den Druck aufs Pedal entsprechend hoch halten um mein Zeitziel nicht aus den Augen zu verlieren aber da muss man eben durch. Zu Beginn der dritten Runde merke ich, daß ich trotz aller Bemühungen  Zeit verloren habe, fast 5 Minuten, jetzt muss ich noch stärker fahren um den Zeitverlust wieder gut zu machen. Im Moment bin ich auf 5:40 Std. unterwegs. Ich verlasse von nun an nur noch in Kurven und an Verpflegungsstellen die Aeroposition und fahre volles Risiko.

Es funktioniert tatsächlich, ist aber jetzt schon mit Schmerzen und Muskelkrämpfen verbunden - nach genau 5:36 Std. fahre ich in die 2te Wechselzone ein und habe fast 4 Minuten wieder reingeholt. Nun gilt es also, den Marathon etwas schneller zu laufen!

In der Wechselzone gibt es zunächst Probleme weil ich meinen Wechselbeutel zu stark zugeknotet habe. Ich raste vor Wut fast aus und das freigesetzte Adrenalin hilft, der Beutel geht endlich auf und ich kann meine Laufsachen anlegen - frische Strümpfe, Laufschuhe an, Mütze auf, Gels in die Hand und ab dafür! Aber halt, da war doch noch was? Richtig, ich muss schon seit einiger Zeit auf Toilette. Nach insgesamt 6:51min verlasse ich endlich die Wechselzone und mache mich auf den 42,2km langen Weg zur neuen Bestzeit.

Es sind drei Runden zu je ca. 14,65km am Dom vorbei und am Rheinufer entlang zu laufen, v.a. am Dom, an den Domterrassen und an der Bastei stehen hunderte Zuschauer, nach hinten heraus wird die Laufstrecke sehr ruhig, nur an den gut positionierten Verpflegungsstellen sind nochmals Zuschauer und Trommelgruppen vertreten. Dazwischen hat man für mehrere km seine Ruhe, was ich sehr genieße.

Die Beine tun weh, immer wieder melden sich Anflüge von Krämpfen aber zumindest das Knie hat sich beruhigt und ich kann meine Geschwindigkeit von 5:19/5:20min pro km gut halten. Den Halbmarathon passiere ich bei 1:51 Std. das ist besser als ich gedacht habe! Aber ich weiß nur zu gut, daß der Marathon so richtig erst ab km30 losgeht - und genauso ist es auch, ab km30 schleicht sich wieder der berühmt-berüchtigte "Schlappschritt" ein, ich muss mir immer wieder selbst in den Hintern treten um nicht zuviel Zeit zu verlieren!

Die letzte Laufrunde wird furchtbar. Die Beine krampfen fast ununterbrochen, das Knie schmerzt wieder und mein Körper schreit unaufhörlich "Gehpause, Gehpause, GEHPAUSE!!!!!!", aber ich erwiedere nur "Halt`s Maul!" und zwinge mich, im Laufschritt zu bleiben. Am Wendepunkt angekommen habe ich ab jetzt noch 7,5km bis ins Ziel, wenn ich im jetzigen Tempo weiterlaufe dann komme ich auf eine Marathonzeit von 3:50 Std und auf eine Endzeit von ca. 10:47/10:48 Std. Ich will aber weiterhin unter allen Umständen die 10:45 Std. erreichen und schaffe es tatsächlich, die Geschwindigkeit leicht zu erhöhen. Die Verpflegungsstellen lasse ich links liegen, ich greife mir nur an der letzten Stelle zwei Becher Cola, etwas anderes hilft mir jetzt nicht mehr.

Ein letztesmal dann die Wendeltreppe an der Deutzer Brücke hoch, ein letztesmal über die Brücke und dann geht es quasi "bergab" ins Ziel - nach 10:44 Std. habe ich es tatsächlich geschafft, die besonders in der letzten Stunde unglaubliche Quälerei hat tatsächlich ein Ende! Im Ziel liege ich erstmal gut 10 Minuten auf dem Boden und will nicht mehr aufstehen. Ich bin so leer!


Ich habe meine Kopfzeit um gut 30 Sekunden unterboten, ich bin so stolz! Das entschädigt für die Schmerzen und die Zweifel, die einem unterwegs immer wieder begleiten.

Kurz etwas zur Ernährung :

Rad; insgesamt 12 Gels gut durchgemischt mit süß und salzig, 1 Riegel, ca. 9 Liter Iso, 2 Liter Wasser und zum Schluß 0,5L Cola.
Laufen; insgesamt 5 Gels durchweg salzig, an jeder Verpflegungsstelle je 1 Becher Cola / Iso / Wasser. Keinerlei feste Nahrung beim Laufen!




Dienstag, 4. September 2012

Feinschliff an der Form.....

.....oder auf der Suche nach dem letzten Kick!

Zur Vorbereitung auf meinen Saisonhöhepunkt, der Triathlon-Langdistanz Anfang September in Köln, nahm ich in den vergangenen 3 Wochen an 2 Laufwettkämpfen und einem Sprint-Triathlon teil um den sogenannten "Feinschliff" der Form abzuschließen.

Den Anfang machte der Halbmarathon beim Karbener Stadtlauf, einer echten Traditionsveranstaltung des TSV Klein-Karben, wurde dieser Lauf nun schon zum 23ten mal veranstaltet. Für die neueste Austragung wurde ein neuer Streckenverlauf präsentiert, zu fast 100% asphaltiert, leicht profiliert, jedoch wurde zum Leidwesen mancher Laufverückten der "Scharfrichter" der Strecke, die steile Rathausgasse, im Kurs belassen.
Außer dem Halbmarathon wurde auch ein 5-und 10km-Lauf angeboten, außerdem eine Strecke für Nordic-Walker und mehrere Schüler-und Jugendläufe.

Gleich vom Start weg war der spätere Sieger auf und davon, verfolgt von 2 Gruppen, in der 2ten davon war ich zu finden. Diese Gruppe hatte bis zur 3ten der insgesamt 4 Runde zu je 5,252km Bestand, in der 4ten und letzten Runde starteten 2 Läufer aus meiner Gruppe eine Tempoverschärfung die die bis dahin gut harmonierende Gruppe quasi "sprengte". Ich ließ mich nicht beirren und behielt meinen km-Schnitt von 4:20min bei, am Ende erreichte ich einen etwas undankbaren 4ten Platz in der AK M40 in der sehr guten Zeit von 1:31;35 Std. I

Im Gesamtklassement bedeutete dies einen guten 15ten Platz. Sieger wurde der für den TV Kirchhain startende Oliver Hoffmann mit neuem Streckenrekord von 1:12;35 Std.

Schon 1 Woche später stand ich dann erneut am Start einer Laufveranstaltung, nämlich bei der Kreismeisterschaft im 10km-Straßenlauf in Bruchköbel, organisiert durch das LAZ Bruchköbel. 

Auch diese Veranstaltung kann auf eine fast 30-jährige Geschichte zurückblicken. Aufgrund der Kreismeisterschaft war der 10km-Lauf sehr stark besetzt.

Auf der schweren, mit mehreren steilen Anstiegen versehenen Strecke quer durch alle Stadtteile Bruchköbels musste ich zwar die Führenden ziehen lassen, konnte aber meine Vorjahreszeit um 30 Sekunden auf 42:14 Minuten verbessern und erreichte in der Kreismeisterschafts-Wertung der AK M40 einen hervorragenden 3ten Platz! In der Gesamtwertung reichte es darüber hinaus zu einem 9ten Platz. Gesamtsieger des Stadtlaufs und damit neuer Gesamt-Kreismeister wurde der für den allseits bekannten SSC Hanau-Rodenbach startende Erik Rossen in der Zeit von 37:34min.

Am Sonntag, 26.08, fand dann in Hanau der 1. Hanau-City-Triathlon statt, quasi ein Heimspiel. Dies sollte mein letzter Wettkampf vor Köln werden, eine letzte intensive Trainingsspitze. 550m Schwimmen, 20km Radfahren und 5km Laufen waren angesagt. 


Veranstaltet wurde der Wettkampf von der TG Hanau zum 175jährigen Jubiläums des Vereins. Aufgrund dessen legten sich die Verantworlichen besonders ins Zeug, um ihre Premieren-Veranstaltung so perfekt als möglich zu gestalten.



Das schwimmen fand auf den 8 Bahnen im Freibadbereich des Heinrich-Fischer-Bads statt. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten wurden die insgesamt ca. 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Gruppen zu verschiedenen Uhrzeiten eingeteilt, pro Bahn wurden max. 6 Personen auf den Schwimmkurs geschickt. Von der angrenzenden Wechselzone ging es direkt auf den Radkurs, der in 2x10km durch den Norden Hanaus aufgeteilt war. Abgeschlossen wurde das ganze von einem 5km-Laufkurs an der Kinzig entlang in die Altstadt von Hanau.

Ich benötigte für das schwimmen 10:05min, nach einem schnellen Wechsel ging es auf den Radkurs, den ich nach 37:03min abschloß. Auf der Laufstrecke konnte ich dann meine Laufstärke ausspielen und machte noch einige Plätze gut, 19:50min standen unterm Strich für die 5km. 

Die Gesamtzeit von 1:06;59 Std. reichte für den 4ten Platz in der AK M40 und für den 25. Platz in der Gesamtwertung.
 Fazit : eine rundum gelungene Premieren-Veranstaltung von der man hoffen darf daß sie 2013 wiederholt wird!










Dienstag, 31. Juli 2012

Aktualisierung Wettkämpfe



Aufgrund meiner Knieverletzung musste ich im Frühjahr den Langenselbolder Sprinttriathlon und den Crossduathlon in Bad Soden-Salmünster absagen. Danach folgte der Ironman 70.3 in Pescara, der ja so gar nicht optimal lief ( Bericht unten ) und dann war Anfang Juli ein kombinierter Trainings-Urlaub in Südfrankreich angesagt.

In der Provence konnte ich in 2 Wochen nochmals wichtige KM v.a. im Radfahren und im Laufen sammeln, das Schwimmen hatte ich bewusst vernachlässigt um mich auf die beiden anderen Disziplinen zu konzentrieren.

Rad - 665km
Laufen - 142km
Schwimmen - 5,5km

Der August steht vor der Tür, es sind noch knapp 4 Wochen bis zu meinem Hauptwettkampf, der Langdistanz in Köln. Bis dahin will ich nochmal Wettkampfhärte sammeln.

Daher hier mein aktualisierter Wettkampfkalender ab August :

12.08 - Halbmarathon Karben 21,1km
18.08 - Kreismeisterschaft 10km Straßenlauf Bruchköbel
26.08 - Sprinttriathlon Hanau 0,5/20/5
02.09 - Köln Langdistanz 3,8/180/42,2

NACHSAISON

15.09 - Spessart Challenge Duathlon 5/35/4
03.10 - Mainuferlauf Fechenheim 10km
14.10 - Halbmarathon Offenbach 21,1km

WINTER

03.11 - Winterlaufserie Jügesheim 10km
04.12 - Nikolaus Crossduathlon Frankfurt 2,5/15/2,5

Mittwoch, 13. Juni 2012

Ironman 70.3 Pescara, ein Drama in 3 Akten....

......oder das große heulen in den abruzzesischen Weinbergen!

Overtüre

Wie auch 2011 reiste ich 2 Tage vor dem Wettkampf mit dem Flieger frühmorgens an, viel anderes wäre mir ja eh nicht übrig geblieben, der Flugplan nach Pescara lässt da wenig Variationsmöglichkeiten. Und 1400km Anreise mit dem Auto mussten dann doch nicht sein!

Die Anreise klappte ohne Probleme und den Transfer zum Hotel teilte ich mir mit anderen deutschen Triathleten die ich auf dem Flug kennengelernt hatte. Diesesmal war ich also nicht der einzigste aus deutschen Landen! Nach dem einchecken im Hotel folgte ein erster Spaziergang auf der Strandpromenade in praller Sonne und sommerlichen 30° zur Startnummernausgabe. Dort ging auch alles recht schnell, super-Orga wie man es gewohnt ist, zurück zum Hotel und ab aufs Rad um ne Stunde bei Hitze die Akklimatisierung voran zu treiben.

Abends dann die Pastaparty am Strand, wo sich auch Start und Ziel befanden und recht früh ins Bett, denn der Tag hatte für mich bereits um 5 Uhr morgens begonnen. Der Samstag stand dann im Zeichen der Vorbelastung - 30min Radfahren mit hoher Trittfrequenz und ein paar Sprints, anschließend ein schneller 20min-Lauf ebenfalls mit Sprints - und des eincheckens in die Wechselzone wo ich schonmal alles für den nächsten morgen herrichtete. Abends dann noch eine Kleinigkeit essen und wieder recht früh ins Bett, für 6 Uhr war der Wecker gestellt.

1. Akt - Schwimmen

Scheinbar frisch und ausgeruht stand ich dann morgens um 9 Uhr am Strand der Adria und wartete mit den anderen meiner Startgruppe, der Altersklasse M40, auf das Startsignal. Meine Knieverletzung, die mich von Ende April bis mitte Mai für fast 4 Wochen ausgebremst hatte, war ausgeheilt, und in den vergangenen 3 Wochen konnte ich noch einiges an Training absolvieren, es sollte also "eigentlich" nichts schiefgehen!

Dann ging es los! Die ersten 50 Meter musste man quasi im Wasser rennen weil es dort doch sehr flach war, erst kurz vor der ersten Boje war es tief genug um die ersten Schwimmzüge zu machen. Dort ordnete ich mich schräg links ein um so nahe als möglich an den gut sichtbaren gelben Bojen zu sein, überhaupt war der Schwimmkurs gut eingeteilt, sehr übersichtlich und das Meer fast spiegelglatt.

Aber schon auf dem Weg zur zweiten Boje merkte ich, daß da irgendwas nicht stimmt. Ich konnte keinen Druck aufbauen und quälte mich regelrecht von Boje zu Boje. Das, was ich da schwamm, war bestenfalls Grundlagentempo, eher für die Langdistanz geeignet, aber nicht für eine Mitteldistanz, wo man schon ein paar Kohlen mehr auflegen muss! Die Arme wollten nicht aus dem Wasser und die Beine waren bereits nach den ersten 850m schwer wie Blei. 200m mussten wir dann paralell zum Strand schwimmen bevor es dann wieder 850m zurückging. Vor allem diese zweiten 850m waren die längsten meines Lebens, der Kurs nahm und nahm kein Ende, der Strand wollte nicht näher kommen........

Ziemlich gebügelt taumelte ich schließlich nach katastrophalen 40min an Land und hatte das Gefühl, statt Muskeln Pudding in den Beinen zu haben. Entsprechend lange war ich auch in die Wechselzone unterwegs, und auch am Rad dauerte alles viel zu lange - oft geprobt, aber heute wollte schon nach dem schwimmen nichts klappen, kann ja noch heiter werden. Erster Wechsel indiskutabel lange mit über 5min!

Zweiter Akt - Radfahren

Zunächst ging es durch die Pescareser Innenstadt, dann eine Brücke hoch und auf eine autobahnähnliche Schnellstraße ( auch "Superstrada" genannt ) die extra für uns abgesperrt war. Dort ging es leicht bergab, der Wind kam von hinten und man konnte es richtig krachen lassen. Hier war auch das erste-und letztemal wo ich mich fit fühlte, mit gut 50km/h bollerte ich auf der Straße entlang und sammelte die ersten ein. Nach gut 10km ging es rechts ab, ein paar Wellen folgten und dann war schon der erste Anstieg da und meine Form wie ausgeknipst weg. Als ob man einen Luftballon aufbläst und plötzlich fliegen lässt. Jetzt war ich derjenige, der eingesammelt wurde! Dazu kamen - jetzt schon! - Krämpfe in den Beinen, oben, hinten, in den Waden......meine Beine bestanden nur noch aus Verkrampfungen. Bis zum allerletzten Ritzel musste ich schalten, dann konnte ich einigermaßen stabil hochfahren. Mit der entsprechenden langsamen Geschwindigkeit. Die Abfahrten, die folgten, musste ich zum erholen nutzen statt zum Zeit reinholen. Dann folgte ein zweiter, etwas längerer Anstieg, dann eine längere Abfahrt, bevor es leicht abschüssig zum Ausgangspunkt der Radrunde an der Abfahrt von der Schnellstraße ging. Trotz der Schmerzen und Krämpfe hatte ich bis zum Ende der 1ten Radrunde einen Schnitt von ca. 29,9km/h auf der Uhr stehen, und diesen wollte ich unter allen Umständen halten!

Meine Muskeln waren aber damit überhaupt nicht einverstanden und traten in einen weiteren Warnstreik, was zur Folge hatte, daß ich die Anstiege wieder sehr langsam angehen musste, auf den Abfahrten versuchte ich die Krämpfe zu ignorieren und gab Gas so schnell es eben ging. Aber die Kraftlosigkeit, die mich schon beim schwimmen begleitet hatte, wich nicht von meiner Seite und zeigte sich dann auf dem Rückweg nach Pescara von ihrer bösesten Seite. Der Schnitt sank und sank, egal was ich auch tat, ich hatte NICHTS entgegenzusetzen. Noch nie habe ich das Ende eines Radsplits so herbei gesehnt wie am Sonntag mittag!

Nach 3:10 Std. hatte ich es geschafft, zu den 5 Minuten, die ich im Vergleich zum Vorjahr bereits auf der Schwimmstrecke eingebüßt hatte, gesellten sich also 8 Minuten der Radstrecke plus 1 Minute Minuszeit beim ersten Wechsel.

Der zweite Wechsel war dann mit über 4 Minuten auch zu langsam und mein Rückstand zu 2011 wuchs weiter an.

Dritter und letzter Akt - Laufen 

Das Laufen hatte sich in den letzten Monaten zu einer meiner Stärken entwickelt und darauf setzte ich nun meine Hoffnungen. Allerdings hatte ich hier von Anfang an Schwierigkeiten, Druck aufzubauen und Tempo zu halten. Mit 5:03min / km startete ich bereits zu langsam, konnte zwar zwischenzeitlich auf 4:50min / km steigern, das war aber nur von kurzer Dauer denn meine Beine zeigten schnell, was sie davon hielten - gar nichts, die nächsten Krämpfe kamen, und zwar in immer schnellerer Folge, so daß ich gezwungen war das Tempo auf 5:13min / km zu reduzieren, was noch nicht mal meiner derzeitigen Grundlagengeschwindigkeit für die Langstrecke entspricht. Der Knoten wollte und wollte nicht platzen, und so schleppte ich mich km für km über die Laufstrecke, die sich mittlerweile in einen 35° heißen Glutofen verwandelt hatte.

Nach 1:50 Std. hatte ich den Halbmarathon geschafft, 8 Minuten Rückstand zu 2011, der gesamte Rückstand hatte sich auf satte 22 Minuten gesteigert, und im Ziel setzte ich mir erstmal völlig am Ende auf den Boden und hätte gerne losgeheult, war aber andererseits froh, den Tag überstanden zu haben, der leider nur Schmerzen und Enttäuschungen für mich bereit gehalten hatte. Die Gesamtzeit betrug 5:51 Std.

Epilog

Abhaken und nach vorne schauen! Ich hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt, das kommt in den besten Familien vor. Daß ein solcher Tag ausgerechnet auf einen wichtigen Wettkampf fällt ist natürlich bitter aber letzlich nicht mehr zu ändern. Es gibt schlimmeres!

Dienstag, 17. April 2012

Wasserlauf Seligenstadt

Alle Jahre wieder...........halt nein, falsche Jahreszeit! Wobei das Wetter, welches mich auf dem Weg nach Seligenstadt auf dem Rennrad begleitete, zumindest von den Temperaturen her an den Winter erinnerte. Frostig kalt war es, als ich frühmorgens auf dem Mainradweg gen Seligenstadt fuhr, aber die Sonne schien bereits von einem blitzeblauem Himmel - perfektes Laufwetter also!

In Seligenstadt wird nun schon seit 33 Jahren der 25km-Lauf am Main entlang veranstaltet, einer der ganz wenigen 25km-Läufe die es noch in Deutschland gibt. Früher gab es deren viele, diese wurden aber nach und nach der Halbmarathon-Distanz über 21,1km geopfert. Sehr schade, denn besonders als Wettkampf-Vorbereitung eignet sich ein 25km-Lauf viel besser als ein Halbmarathon. Aber gut, warum vergangenem nachhängen.....

Wie immer hatte ich mir keine klare Strategie überlegt. Loslaufen und nach den ersten 2km sehen, was geht. Gesagt getan! Bei 5° und Sonne erfolgte um 9:15 Uhr der Startschuss und 300 Langstrecken-Verrückte rannten los. Nach 2km hatte ich einen Schnitt von 4:15min/km auf der Uhr stehen und das Gefühl, diesen Schnitt auch halten zu können. Während der später erst-und auch der zweitplatzierte auf nimmerwiedersehen entschwunden waren behielt ich die Verfolgergruppe im Auge, Plan war, zu dieser aufzuschließen. Doch was ich auch unternahm, der Abstand wollte und wollte nicht kleiner werden. Das blieb bis zur ersten Wendemarke bei km 7,5 und auch bei km 15 so, also beschloss ich, als Einzelkämpfer weiter zu machen - wenn keiner mit mir spielen will.....

Mittlerweile hatte sich leider mein Schnitt auf 4:18min/km eingependelt, damit war ich aber trotzdem auf klarem Kurs zu einer nicht unerheblichen Zeitverbesserung im Vergleich zu 2011!

Mit Rückenwindunterstützung passierte ich die Halbmarathonmarke bei genau 1:29 Std, was gleichzeitig eine neue Bestzeit darstellte, und nach genau 1:47;26 Std war ich dann im Ziel - 10 Minuten schneller als 2011! Unterm Strich bedeutete das den 29ten Platz gesamt und der 9te in der Altersklasse M40.

Samstag, 17. März 2012

Crossduathlon Kreismeisterschaft Stockstadt

Von Dingen, die man nicht verstehen und an sich selbst messen muss......

So, erster Duathlon des Jahres im schönen Stockstadt am Main in Unterfranken. Selektive Strecken warten bei sonnigen und warmen Wetter darauf, unter die Laufschuhe und die Reifen genommen zu werden. Neben vielen Schüler/Jugend/Jedermann - Strecken gibt es hier auch die Distanz für die großen Mädels und Jungs, 5km Laufen / 15km Rad / 3km Laufen. Hört sich nach nicht viel an, jedoch haben es die Stockstädter Strecken in sich : wellig, wurzelig, trailig, sowohl beim Laufen als auch beim Radfahren fordern teils hohe Konzentration und gute Radbeherrschung. Dennoch kommt auch diese Veranstaltung nicht ohne zwei flache Vollgasabschnitte aus, nun gut.


Muss man verstehen daß sich bei einer Traditionsveranstaltung, die heuer noch die Kreismeisterschaft beinhaltet, gerade mal 24 Leutchen im Startbereich verlieren? Nachdem es letztes Jahr beim Hauptrenn noch über 60 waren? An der liebevollen Orga und den Strecken kann es wirklich nicht liegen!


Nun denn, zumindest 4 Mitstarter waren mir von den Gesichtern her von anderen Crossduathlons bekannt, einer von ihnen sogar namentlich, Christian Schneidawind vom Team Texpa - Simplon. Daß der hier heute einen raushaut war klar, also konzentrierte ich mich auf die anderen drei.
Startschuss und los gings, ich sofort gut dabei und meinen 3 Konkurrenten hinterher, die musste ich jedoch schon am ersten Trail ziehen lassen. Über Stock, Stein und vielen versteckten Wurzeln ging es zunächst 3x durch den Stockstädter Wald und dann schon in die Wechselzone, die ich nach genau 19:30min erreichte. Der Wechsel in die Radschuhe war nach 30 Sekunden Geschichte und weiter gings.
Ebenso wellig und verwurzelt präsentiert sich die Radstrecke, dazu gabs noch mit dicken Steinen frisch aufgeschotterte Waldwege bei denen ich mir dann doch mein Mountainbike wünschte - wegen Gabeldefekt musste ich aber aufs Crossrad ausweichen.
Jedenfalls wurde ich mit dem Crossrad amtlich durchgerüttelt und geschüttelt, zu meiner großen Freude kamen dann zumindest 4 der bis dato vor mir liegenden in Sichtweite, wenn auch nur als kleine Punkte am Horizont.......


In der zweiten Radrunde legte ich ein paar Kohlen mehr auf und konnte kurz vor einem Trail gleich zwei Konkurrenten kassieren und dann auch distanzieren, jetzt waren "nur" noch zwei vor mir und einem kam ich immer näher......
Nach knapp 30 Minuten war der Radkurs geschafft und nach weiteren 30 Sekunden Wechsel durfte ich noch 2x auf die Laufstrecke. Mein direkter Konkurrent war dann kurz vor mir aber egal was ich auch anstellte, der Abstand wollte nicht kleiner werden. Auf dem letzten Trail startete ich nochmal einen Angriff, jedoch verschärfte der vor mir laufende ebenfalls sein Tempo, naja wenn zwei das gleiche machen egalisiert sich dann eben alles!
Nach genau 1:03;59 war ich im Ziel, die finalen 3km hatte ich in ca. 14min geschafft.

In der Endabrechnung stand somit ein 3ter Platz gesamt, 1ter Platz AK und eine Zeitverbesserung von genau 3:55min gegenüber 2011, und die ist mir aufgrund der geringen Teilnehmerzahl viel wichtiger als die Platzierung! Denn man muss sich immer an sich selbst messen!
Crossduathlon Stockstadt, dir halte ich die Treue, auf ein neues in 2013!



Mittwoch, 14. März 2012

Trainingslager Apulien

Nach einer Pause im Jahr 2011 verbrachte ich mit meinen Kumpels wieder ein 7-tägiges Trainingslager in Apulien in Süditalien. Der Wettergott war voll auf unserer Seite, denn Temperaturen bis zu 25° und Sonne von früh bis spät sorgten dafür, daß dieses Trainingslager unser bestes wurde seitdem wir 2006 das erste mal zum Kilometer sammeln die weite Anfahrt von 1600km auf uns nahmen!


Ich nutzte das tolle Wetter dafür um schon die ersten Koppeleinheiten zu absolvieren, außerdem schaffte ich es endlich, mit der ganzen Truppe zum weltberühmten Castel del Monte zu fahren, was in den vorangegangegen Jahren aufgrund schlechten Wetters nie geklappt hat. Das war dann auch mit 140km auch unsere Königsetappe.


Meine Einheiten sahen wie folgt aus :


Tag 1 : einrollen rund um Cassano delle Murge, 55km/400hm + Koppellauf 9,3km/200hm
Tag 2 : durch die Alta Murgia, 85km/680hm + Koppellauf 8,6km/100hm
Tag 3 : Berglauf zur Contrada Fra Diavolo 8,2km/400hm
Tag 4 : Tour nach Alberobello, 108km/750hm + Koppellauf 7,5km/150hm
Tag 5 : Tour ans Meer nach Ginosa Marina, 130km/1600hm
Tag 6 : Castel del Monte, 140km /1200hm + Koppellauf 7,5km/200hm
Tag 7 : Abschlusstour mit Bergsprints nach Altamura, 63km/700hm





































































Mittwoch, 7. März 2012

Wettkämpfe 2012 - Aktualisierung

Hier nun meine aktualisierte Wettkampfplanung für 2012, wie schonmal erwähnt ohne 10km-Läufe.

VORBEREITUNG

17.03 - Crossduathlon Stockstadt
01.04 - Wasserlauf Seligenstadt 25km
13.05 - Sprinttriathlon Langenselbold
27.05 - Crossduathlon Bad Soden / Salmünster

SAISON

10.06 - Ironman 70.3 Pescara
29.07 - Churfranken Triathlon Niedernberg
12.08 - Ironman 70.3 Wiesbaden als Läufer für unsere Vereinsstaffel

oder

12.08 - Triathlon Mitteldistanz Bad Ems
02.09 - LANGDISTANZ TRIATHLON KÖLN ( Saisonhöhepunkt )

Winterlaufserie Jügesheim - Finale

Gott sei Dank! Muss man so sagen, daß Gott und sein Kumpel Petrus ein Einsehen mit der Läufergemeinde hatten und rechtzeitig zum Finale der Winterlaufserie in Jügesheim im Februar einigermaßen moderate Minustemperaturen auf die Rodgauer Erde, will sagen zum Rodgauer Wald schickten.
Bei -8° und Sonnenschein, garniert allerdings mit schneidend kalten Wind, gings am ersten Samstag im Februar um 15 Uhr zum letzten mal auf die exakt vermessene 10km-Strecke durch den Jügesheimer Wald. Eine neuerliche Bestzeit unter 40min war unter diesen Umständen nicht möglich, ich hatte mir jedoch vorgenommen unter 41min zu bleiben. Um dies zu realisieren hatte ich bereits im Januar mit den gefürchteten 1000er Intervallen begonnen, trotz Eiseskälte.

Hat sich aber letzlich gelohnt, denn mit 40:45min blieb ich nicht nur deutlich unter der Zeit vom 2ten lauf der Serie ( 41:40min - den 3ten Lauf im Januar hatte ich wg. vorangegangener Erkältung ausfallen lassen, in die Wertung kamen sowieso nur 3 Läufe ) sondern konnte mich in der Gesamtwertung der AK M40 noch vom 11ten auf den 6ten Platz verbessern.

So früh im Jahr schon ein sub 41min - Zeit, das lässt hoffen die 40min - Marke in 2012 doch deutlich zu unterschreiten!